Wird Deutschlands Tor zur Welt ein großes Sperrgebiet?

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Rund 2400 Prostituierte arbeiten auf den Straßen von Hamburg, das älteste Gewerbe der Welt lockt natürlich auch viele Auswärtige an um sich zu vergnügen. Nun werden Stimmen laut, die den ganzen Kiez zu einem Sperrgebiet machen wollen. Angeregt wurde dieses nach dem bekannt werden, dass immer mehr Prostituierte ihrer Arbeit auch in den reinen Wohngegenden nachgehen. Viele der Kunden meiden St. Pauli, nachdem es dort immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Radikalen und der Polizei kam. Zudem sind die Wohnungen der Frauen diskreter und schneller erreichbar. Schon jetzt wollen Anwohner, zum Beispiel, die der Süderstrasse, dass der Straßenstrich verlegt wird.

Was würde das bedeuten?

In vielen Großstädten ist die Prostitution generell verboten, wie in Bremen. In Hamburg gibt es dafür spezielle Sperrgebiete für die Straßenprostitution. Diese sind St. Georg, die Innenstadt und natürlich St. Pauli. Auf dem Kiez in Hamburg gibt es allerdings ausgewiesene Zeiten, an die sich die Damen halten müssen, nämlich von 20 Uhr bis 6 Uhr früh. Dazwischen darf sich öffentlich auf der Straße nichts abspielen. Doch auf ein generelles Sperrgebiet mag man sich nicht verständigen, denn auch Prostituierte bezahlen Steuern, auf die die Stadt dann verzichten müsste und das wäre fatal, denn auch so sind die Kassen leer und das nicht nur in Hamburg.

Mehr als unrealistisch!

Ein komplettes Sperrgebiet wäre in diesem Fall überhaupt nicht umsetzbar. Polizei und Zivilfahnder müssten alles observieren und so viele Leute, die gebraucht würden, gibt es gar nicht. Hier ist es so, dass Aufwand und Ergebnis in keinem Verhältnis zueinanderstehen würden. Außerdem ist die Hamburger Polizei der Ansicht, dass die Prostitution dadurch nicht verkleinert, sondern nur verlagert werden würde und dann würde es für die Ordnungshüter bei Weitem schlimmer, eventuelle Straftaten aufzudecken. Sie könnten nicht mehr ermitteln, wo Ausbeutung oder sogar Menschenhandel stattfindet.

Allerdings ist die Polizei angehalten in den schon vorhandenen Sperrgebieten härter durch zugreifen. Erwischen sie einen Mann am Tag der eine Prostituierte anspricht, so muss dieser mit einer Geldstrafe nicht unter 5000 Euro rechnen. Die Polizei ist bestrebt dieses Gewerbe so weit wie möglich auf die dafür vorgesehenen Sperrgebiete zu minimieren und vor allem am Tage nicht vor den Augen der Einwohner zu praktizieren. Gerade in dem Stadtteil Sankt Georg kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und den Zuhältern.